Kunstmarkt Deutschland - 5 hilfreiche Markterfahrungen

 

Hallöchen, da bin ich wieder! Nach einer Woche Pause im Blog und ein wenig Erholung an der Ostsee geht´s hier wieder frisch weiter! :)

Natürlich hab ich aber nicht nur Urlaub gemacht, hauptsächlich war ich ja zum Arbeiten unterwegs.

Ich war angemeldet zum 1. Kunstmarkt Deutschland in Berlin Pankow, der vom 29.09.-03.10.2016 stattfand und bei dem über 70 Künstler von überall her teilnahmen. :)

 

Und ich mittendrin :D Das war echt aufregend: Erstens war ich noch nie in Berlin und zweitens hatte ich noch nie einen Marktstand und hatte keinerlei Direktverkaufs-Erfahrung!

Dementsprechend viel Neues prasselte da auf mich ein und vielleicht können meine Erfahrungen ja dem ein oder anderen hier helfen :)

 

 

 

Erfahrung 1: Wappne dich für Krankheit!

 

Ich hatte im Vorfeld der Ausstellung ziemlich viel Stress. Alles musste ja fertig werden und ich hatte mich ein wenig verschätzt.

Als dann aber im Ballhaus Pankow endlich alles soweit fertig war und der Markt nurnoch anfangen musste... wurde ich krank! :) Pünktlich zu Beginn saß ich da mit Schniefnase und Halskratzen.

Zum Glück weiß ich mir da aber grundsätzlich zu helfen, damit es wenigstens nicht schlimmer wird. Fast ganz ohne Chemie ;)

 

Hab immer dabei: Salbeibonbons (ich war ja auch das viele Reden gar nicht gewöhnt!), auf Reisen eine Wärmflasche für die warmen Füße im Bett und: Tee! Ich hab mir in Berlin direkt einen Früchtetee (am besten Hagebutte!) geholt und ein Stück Ingwer – daraus hab ich mir dann den ganzen Markt lang brav Tees gemacht. Auf dem Markt selbst hab ich auch Tee getrunken.

 

Und das allerwichtigste: Bei den ersten Anzeichen sofort handeln! Sofort Tee kochen, Bonbons lutschen, Nasenspray vorm Schlafen nutzen und Abends ganz warm einmummeln...dann geht´s am nächsten Tag gleich viel besser :)

 

 

 

Erfahrung 2: Baue keinen Frontal-Stand!

 

Wie baut man als unbedarfter Marktneuling einen Stand? Man stellt eine Wand hin, hängt seine Ware dran (sofern es Bilder sind), baut sich einen Tisch in die Mitte und setzt sich dahinter. Ungefähr so:

 

 

So weit, so gut.

Sollte man meinen. Ist aber aus Kundensicht nicht wirklich optimal :D

 

Stell dir vor, du bist ein Kunde und interessierst dich für zB. die bunte Katze ziemlich in der Mitte auf der Leinwand. Nun stell dir vor, auf dem anderen Stuhl da sitzt noch jemand.

Du wirst dir nie im Leben die Katze näher anschauen, da ist die Überwindung viel zu groß. Wenn du sie überhaupt entdeckt hast, da hinter den Leuten.

Lieber gehst du weiter zum nächsten Stand, wo der Eigentümer nicht so "bewachend" davor sitzt. ;)

 

Wir haben versucht, einen "einladenderen" Stand zu bauen, mit dem bisschen Platz, das uns eben zur Verfügung stand. Leider hab ich davon (doof wie ich bin) kein Bild gemacht, aber ich versuch es mal zu erklären:

 

Wir haben unseren Tisch um 90° gedreht und ihn an die vom Betrachter aus rechte äußere Ecke unserer Standfläche gestellt. Den Minitisch mit dem Ordner zum Referenzen-Betrachten links daneben. Dahinter haben wir uns dann gesetzt und die Bilder an der Wand weiter weg von unserem Sitzbereich aufgehängt, damit die Besucher nah an die Wand herantreten konnten um die Bilder zu betrachten.

Das war auch für mich besser: So konnte ich schneller und besser auf potentielle Kunden zugehen und musste mich nicht erst hinter dem Tisch hervorschälen ;)

 

 

Vermutlich war auch das nicht wirklich 100%ig optimal...aber ich bin immer offen für neue Tipps. Immer her damit! :D

 

 

Erfahrung 3: Kleinvieh macht auch Mist!

 

Ich bin echt happy, dass ich Lesezeichen und Postkarten mitgebracht habe! :) Solcher "Kleinkram" wird gerne gekauft, auch wenn das Geld oder das Interesse für ein großes Bild fehlen. Dazu kann man dann seine Flyer verteilen, der Kunde hat etwas Schönes für sich – perfekt!

Und es ist natürlich superschön für einen selbst, wenn eigene Sachen oft verkauft werden! :)

 

 

 

Erfahrung 4: Zeig ruhig mehrere Seiten!

 

Eigentlich wollte ich nur mit meinen bunten Tierbildern auf dem Markt stehen und die verkaufen. Ich dachte, Portraits machen da nicht wirklich viel Sinn: Warum sollte sich jemand ein Portrait einer Katze kaufen, die nicht ihm gehört?

 

Wie sich herausstellen sollte, hab ich da aber nicht weit genug gedacht: Ich habe trotz allem 1 "echtes" Portrait samt Rahmen mitgenommen und Drucke von verschiedenen Arbeiten als Referenz zum Anschauen.

 

Und trotz der Flut an bunten Tierbilden an meiner Wand bekam ich unheimlich viele Reaktionen auf das Katzenportrait und Anfragen für Portraits! Ich hätte nie damit gerechnet und ohne meinen Freund die Katze wohl zu Hause gelassen.... zum Glück hab ich auf ihn gehört! :)

Also: Wenn du etwas hast, von dem du denkst, dass es nicht wirklich zum Markt passt: nimm trotzdem eine Kostprobe davon mit! ;)

 

 

 

Erfahrung 5: Vernetzung ist wichtig!

 

Das ist jetzt keine bahnbrechende neue Erfahrung, trotzdem möchte ich das Thema erwähnen: Kontakte sind meistens der allergrößte Gewinn bei solchen Veranstaltungen. Du bekommst alles auf dem Silbertablet: Hilfreiche Erfahrungen, Tipps, potentielle Kunden, manchmal ein Lob oder hilfreiche Kritik, schöne Bekannschaften und mit der Zeit vielleicht auch gute Freunde! :)

 

Wenn das mal nichts ist – also sitz nicht stumm hinter deinem Stand, geh auch mal zu den anderen, quatsch ein bisschen und vertreib dir so die "ruhigen" Phasen des Marktes! Es lohnt sich! :)

 

 

 

 

 

 

 

So, das waren sie schon, meine 5 Haupterfahrungen auf meinem ersten Markt! :) Als nächstes bin ich übrigens vom 21.11.-27.11.2016 auf dem Kulturmarkt in der Fruchthalle in Kaiserslautern. Da gibts viele tolle Kunsthandwerker und superschöne Sachen (auch als Nicht-Aussteller war ich jedes Jahr dort) und es lohnt sich auf jeden Fall, da mal hin zu gehen! :)

 

Wer also in der Nähe wohnt: Ich freu mich auf dich! :D